Der Harvester - ein Holzfäller, der nie schläft


 

Harvester sind Holzerntemaschinen, die ein Vielfaches der menschlichen Leistungen erbringen. Vorrangig werden sie zur Durchforstung, also der Pflege der Wälder genutzt. Während solcher Durchforstungen werden miderwertige Bäume oder Unterwuchs dem Bestand entnommen, um den höherwertigen Bäumen Licht und Platz zu geben. Dieses Verfahren wird im Groben alle 10 Jahre wiederholt, bis am Ende nur noch hochwertiges Stammholz im Bestand stehen bleibt, das oft hundert und mehr Jahre alt ist.

Einige Harvester-Maschinen werden auf Grund ihrer guten Geländegängigkeit auch mit Sonderanbauten wie z.B. einem Mähgerät zur Pflege von Gräben und Böschungen eingesetzt oder als Freischneider eingesetzt.
 

Zur Technik:

Im Allgemeinen sind Harvester auf einem mittelgelenktem, geländegängigem Fahrgestell aufgebaut. Der eine Teil trägt die Antriebseinheit, Motor, Kabine, Pumpen, Tanks, etc.

Der zweite Teil trägt den Kran. Dieser kann, je nach Ausführung, so angebracht werden, das eine Verstellung des Winkels der Kransäule in alle Richtungen möglich ist. Dies nennt man "Krantilt". Durch dieses Tilt ist es möglich, die Kransäule in Hanglagen jeweils in die senkrechte Position zu bringen, was wiederum die volle Ausnutzung der Hubkraft des Kranes bewirkt. Auch ist es möglich, mal schnell "um einem Baum herum zu greifen".

 

Am Kran, dessen Länge je nach Bauart zwischen 5 m und 20 m beträgt, ist ein sogenanntes Eingreifaggregat montiert, mit dessen Hilfe die zu entnehmenden Bäume festgehalten und bearbeitet werden. Sensoren messen Durchmesser und Länge, zwei oder mehr Walzen bewirken den Transport (auch Vorschub) während der Bearbeitung. Die ermittelten Werte werden per Funk oder Kabel an den Harvestercomputer übertragen. Dieser berechnet aus Anfangs- und Enddurchmesser mal Länge das Volumen jedes Einzelstücks und wagt mit diesen Werten eine Prognose für das nächste zu sägende Holzstück. Passt es noch in ein wertvolleres Sortiment oder nicht. Die Säge schneidet dann auf "Befehl" des Bordcomputers das Holz auf diese Sortimentslänge oder springt zur nächsten Gruppe. Einem versierten Fahrer ist es möglich, lediglich das Fällen des Baumes einzuleiten. Danach muss er "nur noch" den Kran bedienen und die Verarbeitung überwachsen.

Ãltere Harvester hatten noch einen von der Maschine unabhängigen Computer mit eigenem Display, in den neuen Maschinen ist aber vom Internet über GPS-Steuerung und der automatischen Trennung der Produktion rein nach GPS-Angaben auch die komplette Maschinensteuerung, die Wartungsdatenübermittlung und die EMail an den Chef mit den heutigen Produktionsdaten über diesen Computer machbar. Auf meinen Maschinen hatte ich auch die Reparaturhandbücher und Ersatzteilnummern, damals noch in stundenlanger Handarbeit zu Hause gescannt.

 

Als Harvester werden auch die Maschinen bezeichnet, die Harvesteraggregate als Anbautechnik benutzen. Beispiele sind der Spezialbau der Firma Fendt, als Traktorenhersteller bekannt. Ihm wurde ein 6-Meter-Kran auf den Vorderrahmen montiert, an dem ein kleines Aggregat hängt. Andere bekannte Umbauten sind Atlas-Bagger oder die Bagger der Firma Menzi-Muck, als Baumaschine konzipiert, aber als Harvester nicht weniger wertvoll. Der sog. Gebirgsharvester der Firma Koller in Seilturm, Seilwinde, Harvester und LKW in einem Gerät.

 

 

Im Prinzip ist der Harvester also schon eine riesen Arbeitserleicherung, schliesslich muss der Forstarbeiter jeden Stamm fällen, entasten, auf Länge zuschneiden und vielleicht noch auf Haufen zusammentragen.

Leistungsmässig schafft ein Harvester etwa 10 bis 20 mal soviel wie ein menschlicher Holzfäller und wird dabei nicht müde, kostet weniger, schläft im Wald oder gar nicht und, und, und...